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10.03.2016

Was könnte die Gruppen-Unfallversicherung zukünftig pushen?

Die Gruppen-Unfallversicherung (GRUV) wird primär als großzügige Sozialleistung des Arbeitgebers wahrgenommen. Man kann allerdings durchaus die Frage stellen, ob dieser Ansatz auch in der Zukunft noch weiterverfolgt werden soll oder ob die GRUV vielleicht eine ganz neue Bedeutung in den Betrieben und Unternehmen erlangen kann.

Denn die GRUV bewegt sich durchaus in einem Spannungsfeld zwischen

  • einer Sozialleistung des Arbeitgebers,

  • einem Instrument zur Mitarbeitergewinnung und Bindung,

  • einer Absicherungsmaßnahme, die dem Eigeninteresse des Arbeitgebers dienen könnte, indem sie eine Absicherung von Schlüsselpositionen im Unternehmen vornimmt.

Letzteres ist zumindest das Ergebnis einer Forsa-Studie mit dem Titel "Wünsche mittelständischer Unternehmen" aus dem Jahr 2013. Daraus ergibt sich, dass 49 % der befragten kleineren und mittelständischen Unternehmen (KMU´s) den Wunsch nach einer Absicherung der Schlüsselpositionen (Keyman) äußerten.

Unfallversicherer sollten sich unter diesen Aspekten fragen, ob denn die derzeitigen Angebote zu den vorstehenden Anforderungen passen.

Folgerungen:

  • Das GRUV-Geschäft sollte sich von dem pauschalen und nicht bedürfnisdeckenden Ansatz weiterentwickeln hin zu der Bedarfsdeckung dieser Zielgruppe = Absicherung der Schlüsselpositionen.

  • Wer heute händeringend Ingenieure und Fachkräfte am Arbeitsmarkt sucht, dem kann z.B. ein Gipsgeld von 500 EUR wenig, eine kombinierte ausreichende Invaliditätsleistung mit mindestens 100.000 EUR Versicherungssumme aber besser weiterhelfen.

  • Verbunden mit der Übernahme der Umbaukosten für behindertengerechte Arbeitsplätze von 25.000 EUR mit den Optionen Umbau von Büromöbeln, Umbau eines Büros (z.B. Verbreiterung der Türen, Umbau eines Gebäudes, Anbau einer Rampe, Lift), Umbau sanitärer Anlagen (WC) und Küchen, Umbau anderer Anlagen macht dies Sinn.

  • Ein explizites Reha-Management mit Medizin-, Technik- und Pflege-Management zur möglichst schnellen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess nach einem Unfall erscheint sinnvoll.

  • Physiotherapie und Ergotherapie auf dem Niveau der Berufsgenossenschaften forcieren die schnellere Wiederherstellung.

  • Umfassende Nachsorgeleistungen und weitere Dienstleistungen können als regelrechtes innerbetriebliches Gesundheitsmanagement integriert werden.

  • Mitarbeiter-Beratungsservice inklusive aller psychischen Belastungen und Erkrankungen (z.B. Burn Out, Suizidgedanken, Beziehungsschwierigkeiten, Erziehungsprobleme, Alkoholprobleme usw.)

  • Fitnessangebote und Sport werden integriert.

  • Assistance-Leistungen (Inlands- und Auslands-Assistance) insbesondere auch bei Dienstreisen im Ausland (Dienstreise-Deckungen) sind zu berücksichtigen.

  • Unfallhelfer fungieren als persönliche Lotsen.

  • Einmalzahlung bei schwerer Erkrankung (Dread Disease) z.B. bei Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Nierenversagen, frauenspezifische Krebserkrankungen (Brust-, Gebärmutterhals-, Eierstockkrebs), männerspezifische Krebserkrankungen (Prostata-, Hodenkrebs), Organschäden (z.B. Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen) können den Versicherungsschutz abrunden.

  • Fällt ein leitender Mitarbeiter (Keyman) aus, dann benötigt der Arbeitgeber vielleicht eine finanzielle Leistung, mit deren Hilfe er anfallende Zusatzkosten (z.B. für die Lohnfortzahlung, für ein Übergangsmanagement, für Headhunterkosten, für Umbaukosten) begleichen kann.