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Aktuelles

15.02.2016

Die Frage nach der Zukunft der PKV

Vor einem Jahr wurden die Schweizer Bürger aufgefordert, per Volksabstimmungen ihren politischen Willen kund zu tun. Es ging um die Abschaffung der privaten Krankenversicherung - mit dem Ergebnis, dass am Ende alles beim Alten blieb. Die Schweizer hatten sich mit 62 % gegen die Schaffung einer öffentlichen Einheitskrankenkasse ausgesprochen.

Aufgrund der kritischen Situation sowohl der gesetzlichen als auch der privat Versicherten wurden hierzulande vor allem von Seiten der SPD, Grünen und Linken immer wieder Stimmen laut, die eine Bürgerversicherung forderten. Diese sieht vor, dass es nur noch eine Krankenversicherung gibt, bei der jeder einen bestimmten Prozentsatz aus der Summe der eigenen Einkünfte einzahlen muss. Dabei sollen alle Einkommen, also nicht nur die aus der Lohnarbeit, sondern auch die Kapitalerträge und die Einkommen aus Miet- und Zinsverträgen als Grundlage zur Beitragsbemessung herangezogen werden.

Als teilweise ungerecht wird derzeit die Selektion empfunden, wer in die PKV wechseln kann und wer nicht. Gäbe es keine Selektion mehr - nach der sich vor allem Jüngere und Gesunde mit überdurchschnittlichen Einkommen privat versichern, während Ältere, Geringverdiener und Personen mit Vorerkrankungen dies überwiegend nicht tun können -, bliebe für die PKV allerdings nur die Zusatzversicherung übrig.

Die Gegner argumentieren, dass die Bürgerversicherung eine Einschränkung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung zur Folge hätte. Der PKV-Verband sieht zudem das System der PKV und damit Arbeitsplätze in Gefahr. Das Ziel der PKV ist es derzeit zu versuchen, die Tendenz umzukehren, indem die Vollversicherung wieder attraktiver gestaltet wird.

Einzelne Anbieter zahlen ihren Versicherten beispielsweise Überschüsse in Form von Beitragsrückerstattungen und Beitragslimitierungen aus, andere modernisieren und setzen auf Digitalisierung und Apps. Die Begrenzung der Provisionshöhe und die neuen Tarifwechsel-Leitlinien belegen dies.

Wenn den Privatanbietern die Kundschaft ausgeht, wie die Zahlen der letzten Jahre belegen, wird man sich auf das Geschäft mit Zusatzversicherungen konzentrieren müssen.

Das bedeutet in der Konsequenz: Eine gesetzliche Grundsicherung für alle mit der Option, private Leistungen hinzuzukaufen, wenn Bedarf besteht und diese wieder zu beenden, wenn sich die persönlichen oder finanziellen Rahmenbedingungen verändern.

So warnen denn auch Branchenvertreter eindringlich davor sich in der Branche auf die Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung und damit auf das Angebot von Zusatzversicherungen zu beschränken - das wäre für die Unternehmen der falsche Weg. Denn selbst wenn man alle Deutschen verpflichten würde, eine Krankenzusatzversicherung abzuschließen, würden die Beiträge nur rund 50 % des Beitragsvolumens in der Krankenvollversicherung erreichen können. Vielmehr müsse also versucht werden die politische Akzeptanz der Vollversicherung bei der Politik zu stärken.