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05.01.2016

Das (noch) unbekannte Risiko - Nanomaterialien und Versicherungsschutz

Noch werden mögliche Gesundheitsrisiken durch den Kontakt mit bzw. die Durchdringung von Zellwänden durch Nanomaterialien diskutiert. Gesicherte Erkenntnisse zur Wirkungsweise liegen allerdings (noch) nicht vor.

Dabei ist die Nanotechnologie die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, weil sie als Querschnittstechnologie mittelfristig alle Branchen durchdringt. Neuartige Materialien für Computer (Computerchips), Kosmetika (in Hautcremes), Medikamente, Verpackungsmaterial, Textilien, Oberflächenbeschichtungen (Lotus-Effekt), Stoffe für Nahrungsmittel sind Beispiele für eine Vielzahl von Produktgruppen, die durch den Einsatz von Nanotechnologie hinsichtlich Funktionalität und Qualität verbessert werden können.

Aufgrund dieser neuen Technologie wird es möglich, in der Natur bisher unbekannte und synthetische Materialien zu entwickeln und vorhandene Materialien auf den Nanobereich zu verkleinern.

Die Risiken der Nanotechnologie sind so vielfältig wie die Einsatzbereiche dieser Technologie. Bei gewissen Nanomaterialien besteht Unsicherheit hinsichtlich der Langzeitwirkungen und damit Langzeitrisiken auf Mensch und Umwelt.

In einer umfassenden Studie für den Rückversicherer Gen Re wurden die relevantesten Nanomaterialien untersucht und nach verschiedenen Risikoaspekten bewertet und in Risikoklassen eingeteilt. Von den 17 untersuchten Nanomaterialien fallen:

  • 5 Nanomaterialien in die Gruppe "ROT" (erhöhtes Risiko),

  • 8 in die Gruppe "GELB" (mittleres Risiko) und

  • 4 in die Gruppe "GRÜN" (geringes Risiko).

Unter den Materialien mit hohem Risiko befinden sich beispielsweise Produkte mit bestimmten Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNT). Diese ähneln den Asbestfasern und können beim Einatmen zu asbestähnlichen Krankheiten (Mesotheliome) führen. Es gibt zudem Nanomaterialien, die durch ihre biozide Wirkung und die Persistenz für die Umwelt problematisch sein könnten.

Viele dieser künstlich hergestellten Nanomaterialien sind erst seit relativ kurzer Zeit bekannt, sodass die mittel- und langfristigen Auswirkungen dieser Materialien auf Mensch und Umwelt deutlich längere Beobachtungszeiträume benötigen werden.

Es gibt keine generelle Deklarationspflicht für Nanomaterialien - insofern kann man durchaus von Intransparenz sprechen. Bei Schadenfällen können alle haftpflichtrelevanten Sparten betroffen sein. Schwerpunktmäßig sind dies aber insbesondere die Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftpflichtversicherung, Produktrückruf- und Arbeitgeberhaftpflichtversicherung (worker`s compensation, employer`s liability, gesetzliche Unfallversicherung).