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Schaden- und Unfallversicherung: GDV zieht positive Halbzeitbilanz für 2010
Versicherungsnehmer profitieren in den Schaden- und Unfallversicherung auch im Jahr 2010 weiterhin von preisstabilen Prämien. Aufgrund des strengen Winters und der vielen Stürme rechnen die Versicherer für 2010 mit einem Anstieg der Kosten für Schadenaufwendungen um 2 %. Das ergibt sich aus der Halbzeitbilanz 2010 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).
Im ersten Halbjahr 2010 gab es diverse "Schaden-Großereignisse", die die Schaden- und Unfallversicherung herausgefordert haben. Hier lassen sich u.a. der strenge und auch lange Winter, die Stürme Xynthia und Daisy oder die Tornados in Brandenburg und Sachsen nennen. Dennoch erwartet der GDV insgesamt für das Jahr 2010 lediglich den eingangs genannten Kostenanstieg bei den Schadenaufwendungen von ca. 2 %. Gleichzeitig werden aller Voraussicht nach auch die Beitragseinnahmen leicht steigen. Die Schaden/Kosten-Quote würde dann bei 98 % liegen und in 2010 somit einen Prozentpunkt schlechter ausfallen als 2009. Laut der Prognose des GDV wird der versicherungstechnische Gewinn am Jahresende insgesamt ca. 1 Mrd. EUR betragen und damit 700 Mio. EUR geringer sein als noch im Vorjahr.
Die Halbzeitbilanz 2010 des GDV nimmt auch Stellung zu einzelnen Sparten der Schaden- und Unfallversicherung (SUV): Aufgrund von Zuwächsen, die aus vertraglichen (inflationsbedingten) Anpassungsmöglichkeiten resultieren, werden nach der Halbzeitbilanz 2010 des GDV etwa die Beitragseinnahmen in der Sachversicherung voraussichtlich um ca. 1 % steigen.
In der Sparte Kfz rechnet der GDV für 2010 gar mit einem Anstieg der Prämieneinnahmen um 3 %. Gleichzeitig soll sich das Beitragsaufkommen auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren. Aller Voraussicht nach werden die Beitragseinnahmen in der Kfz-Haftpflichtversicherung zudem im sechsten Jahr in Folge sinken. Bei der Vollkasko-Versicherung sind die Wirkungen der Abwrackprämie noch immer spürbar und es gab in den vergangenen Monaten erneut einen deutlichen Zuwachs an Neuversicherungen. Insgesamt werden die Durchschnittsbeiträge laut Voraussage des GDV sowohl bei der Kfz-Haftpflicht als auch bei der Kaskoversicherung zwischen 1,5 und 2 % abnehmen. Ein Grund hierfür ist, dass immer mehr Versicherte in günstigere Schadenfreiheitsklassen kommen. Insgesamt sind die Prämien der am weitesten verbreiteten Produkte (Wohngebäude-, Hausrat- und Kfz-Versicherung) in den vergangenen zehn Jahren immer stabil geblieben bzw. teilweise sogar gesunden.
Auch bei den Kreditversicherern lässt sich ein positiver Trend verzeichnen. Hier bestätigen die aktuellen Zahlen die positive konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Von Ende Januar bis Ende Mai dieses Jahres ist das inländische Deckungsvolumen um fast 10 Mrd. EUR auf insgesamt 254 Mrd. EUR gestiegen. Dies entspricht einem Plus von 4 %.
Eine sehr geringe Nachfrage muss hingegen das sogenannte Top-Up-Modell verzeichnen. Hierbei handelt es sich um eine staatliche Ergänzung zur privaten Kreditversicherung. Bis Mai wurden in dieser Sparte lediglich 403 Verträge mit einem Deckungsvolumen von 99 Mio. EUR abgeschlossen. Dass die staatliche Ergänzungsdeckung keine bedeutende Rolle spielt, wird deutlich, wenn man das gesamte Deckungsvolumen betrachtet: Dies lag Ende Mai mit 37.000 inländischen Verträgen bei 254 Mrd. EUR. Die Bundesregierung ist jedoch mit der Entwicklung der Top-Up-Deckung zufrieden, sodass das Programm wie vertraglich vereinbart erst Ende 2010 auslaufen wird. Und dies, obwohl das zur Verfügung gestellte Gewährleistungsvolumen von 7,5 Mrd. EUR nicht mal in Ansätzen abgerufen wird.
Dieser Beitrag wurde erstellt von Ilka Menebröcker.



