Aktuelles

Druckersymbol E-Mail

Lieber mobil telefonieren als für das Alter vorsorgen

Die Deutschen und ihre Altersvorsorge - eine innige Liebesbeziehung war das in den vergangenen Jahren trotz aller Unkenrufe um den Bestand und die Höhe der gesetzlichen Rente nie. Nun legt eine aktuelle Studie nahe, dass der Bevölkerung sogar mobiles Telefonieren und Handy-Flatrates wichtiger sind als ein langfristiger Vermögensaufbau - getreu dem Motto: Lieber heute gut gelebt als immer schlecht.

Die Fondsgesellschaft Pioneer Investments hat im in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Omni Quest Anfang Juni im Rahmen einer repräsentativen Untersuchung 800 Deutsche per Telefoninterview befragt. Mit dem erschreckenden Ergebnis, dass viele Bundesbürger über wenige bis keine Kenntnisse zum Thema Altersvorsorge und Vermögensaufbau verfügen - bei Themen rund um das eigene Handy kennt der Deutsche sich dagegen wesentlich besser aus: So wissen etwa 74 % der Befragten, was eine Flatrate ist und wie sie funktioniert, mit dem Begriff Fondssparplan können dagegen nur 42 % etwas anfangen. Besonders eklatant ist dieser Wissensunterschied bei der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen: Hier konnte jeder Befragte die Funktionsweise einer Handy-Flatrate erklären, für sage und schreibe 62 % war der Begriff Fondsparplan dagegen unbekannt bzw. unerklärbar.

Insoweit ist es auch nicht verwunderlich, das laut der Studie aktuell nur etwas mehr als jeder Zweite der 25- bis 29-Jährigen (56 %) tatsächlich eine zusätzliche private Altersvorsorge betreibt. Diese Altersgruppe verlässt sich offenbar sehr stark auf die Absicherung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Altersunabhängig betreibt laut der Studie jeder Dritte keine private Altersvorsorge.

Die im Rahmen der Befragung gegenübergestellten Themenbereiche Handy und Altersvorsorge haben ein weiteres interessantes Detail zutage gebracht: Der Zeitaufwand, der für die Entscheidungsfindung des richtigen Mobilfunkvertrages bzw. der richtigen Altersvorsorgemaßahme aufgewendet wird, ist vielfach gleich (gering): 22 % der Bundesbürger im Alter von 25 bis 29 Jahren gaben bei der Befragung an, weniger als einen Tag für die Auswahl und den Abschluss ihres Altersvorsorgevertrages aufgewendet zu haben - jeder Vierte in der Altersgruppe verbrachte ebenfalls einen Tag für den Abschluss eines Mobilfunkvertrages. Das offensichtliche Bedürfnis, Altersvorsorgeentscheidungen möglichst schnell hinter sich zu bringen, eint übrigens junge wie ältere Deutsche: Auch in der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen hat jeder Fünfte seine Altersvorsorge innerhalb eines Tages entschieden und abgeschlossen.

Ein weiteres pikantes Detail: Die Bundesbürger beschäftigen sich auch beim Vergleich unterschiedlicher Angebote lieber mit dem Thema Mobilfunk als mit ihrer Altersvorsorge: Während 46 % der im Rahmen der Untersuchung Befragten angaben, regel- oder unregelmäßig Zeit für die Suche nach besseren Angeboten zu ihrem bestehenden Mobilfunkvertrag zu investieren, kümmern sich dagegen nur 30 % der Besitzer eines Altersvorsorgevertrages um bessere Konkurrenzangebote.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Christian Krüger.