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Zugehörigkeit zur Sparkassen-Finanzgruppe stützt öffentliche Versicherer
Während die öffentlichen Versicherer in der Schadenversicherung ein gutes finanzielles Polster haben, litten die Lebensversicherer der Gruppe 2008 massiv unter der Finanzkrise. Für 2009 wird eine Verbesserung ihrer Lage erwartet. Trotz gesetzlicher Veränderungen auf Betreiben der EU sind sie weiterhin unter dem Dach der Sparkassen-Finanzgruppe gut abgesichert und profitieren von deren Vertrieb.
Mit der Marktposition der öffentlichen Versicherer hat sich das Rating-Unternehmen Fitch befasst und die Ergebnisse der drittgrößten Gruppe unter den deutschen Versicherungsunternehmen im Jahr 2008 sowie die Aussichten für 2009 analysiert. Ihr Geschäftsmodell ist dadurch gekennzeichnet, dass sie integraler Bestandteil der Sparkassen-Finanzgruppe sind. Dies wirkt sich im Vertrieb aus, der zu einem großen Teil über die Sparkassen erfolgt, was insbesondere im ländlichen Raum zu einer starken Marktposition führe. Eine Folge davon sei der überdurchschnittlich hohe Anteil von Lebensversicherungsverträgen gegen Einmalbeitrag. Mit dieser Anlageempfehlung würden frei werdende Vermögen in der Sparkassen-Finanzgruppe gehalten.
Seit 2005 wurde auf einen Beschluss der Europäischen Union hin die Gewährträgerhaftung und Anstaltslast abgeschafft, durch die Anstalten öffentlichen Rechts bis dahin durch ihre Träger mit den nötigen Mitteln ausgestattet werden mussten, um sie funktionsfähig zu halten. Jetzt unterliegen sie dem allgemeinen Wettbewerb in der Finanzwirtschaft, sind aber formal nicht durch Stützungsfonds und Haftungsverbünde abgesichert. Allerdings geht Fitch Ratings davon aus, dass im Ernstfall die Sparkassen als Eigentümer sie stützen würden, um so einen massiven Imageschaden für die gesamte Finanzgruppe zu verhindern. Die öffentlichen Lebensversicherer seien 2008 stärker als der Markt von der Finanzkrise betroffen gewesen, die Kapitalanlagen-Ergebnisse hätten nicht ausgereicht, um den durchschnittlichen Rechnungszins des Lebensversicherungs-Bestands zu bedienen, was sich auch in deutlich geringeren Zuführungen zur RfB bemerkbar gemacht hatte. Für 2009 erwartet Fitch hier eine Verbesserung und einen Anstieg der Nettoverzinsung sowie eine deutliche Erhöhung der Bruttobeiträge, nicht zuletzt getrieben durch das Geschäft mit Einmalbeiträgen.
Die Stärke der öffentlichen Versicherer ist vor allem die Schaden- und Unfallversicherung, da sie ihre historischen Wurzeln in der Feuer- und Wohngebäudeversicherung haben. Allerdings führt das Übergewicht dieses traditionelle schwachen Versicherungszweigs zu höheren Schaden- und Kostenquoten als im Marktdurchschnitt. Aus Sicht der Rating-Agentur könnte dies durch eine stärkere Marktstellung bei der deutlich profitableren Hausratversicherung kompensiert werden, wo die öffentlichen Versicherer bisher noch unterdurchschnittlich vertreten sind. Ein Plus der öffentlichen Versicherer sei, dass die Kapitalausstattung der Schaden- und Unfallversicherung über der des Markts liege, sowohl beim Eigenkapital als auch bei der Schwankungsrückstellung.
Dieser Beitrag wurde erstellt von Susanne Görsdorf-Kegel.



