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Versicherungskunden erwarten geringere Preise für mehr Leistung

Nach einer aktuellen Studie sind Versicherungskunden preissensibler und wechselbereiter geworden. Danach ist bei Versicherungsnehmern in den letzten fünf Jahren die Bereitschaft, den Versicherer für ein günstigeres Angebot zu wechseln, von 30 auf 48 % gestiegen. Dennoch ist Qualität nach wie vor ein entscheidendes Zufriedenheitskriterium: Für etwa die Hälfte der Versicherungsnehmer zählt Qualität mehr als reine Preisargumente.

Das zeigt die aktuelle Ausgabe des "Kundenmonitor Assekuranz" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGovPsychonomics AG zum Schwerpunktthema "Preissensibilität vs. Serviceorientierung der Versicherungskunden". Die Kölner Marktforscher befragten für ihre regelmäßig erhobene Studie dieses Mal rund 2.200 repräsentativ ausgewählte Versicherungskunden ab 14 Jahren zu ihrer Preissensibilität und Preisbereitschaft, zur Wichtigkeit von Leistungen und Services sowie zum Thema Versicherungswechsel.

Das wesentliche Ergebnis: Versicherungskunden wünschen sich Qualität zu möglichst niedrigen Preisen. 75 % der Befragten würden eine bereits ausgesprochene Kündigung gegenüber ihrem Versicherer zurückziehen, wenn dieser seinen Beitrag senkt. Rabatte erwarten die Kunden ebenso wie Paketlösungen aus einer Hand. Insgesamt wolle der Kunde also nicht das billigste Angebot, sondern achte schon sehr auf die Produktqualität, so Studienleiter Christoph Müller. Besonders wechselwillig seien junge und einkommensschwache Kunden. Gleiches gelte bei hohen Jahresprämien, weil die Einsparsumme insgesamt höher sei. Zudem sei die Kfz-Versicherung wegen der alljährlichen Preisschlachten besonders wechselanfällig, die Krankenversicherung dagegen kaum, so Müller weiter.

Zwar bleibt ein Kunde "seinem" als gut erfahrenen Versicherer tendenziell treu, erwartet aber für das gleiche Geld stetig mehr Leistung und Service - wenn nicht sogar fallende Preise. Für qualitativ hochwertige Versicherer und Versicherungsprodukte bedeutet dies für die Zukunft, dass die Kunden noch enger gebunden werden müssen. Entscheidend sei insoweit, attraktive Zielgruppen gezielt zu identifizieren und diese dann überzeugend anzusprechen, so Christoph Müller von YouGovPsychonomics. Eine einzig pauschal richtige Vorgehensweise für Kundenbindung und Produktpositionierung gibt wegen der Heterogenität der Erwartungen und Ansprüche unterschiedlicher Kundengruppen seiner Meinung nach nicht.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Christian Dierks.