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Anlageverhalten: Sicherheit schlägt Rendite
Die Aktienmärkte bleiben für viele Privatanleger weiterhin ein offenbar zu heißes Pflaster. Trotz der Prognose, dass die Kurse in den kommenden Monaten zulegen dürften, wollen nur wenige Privatanleger auch tatsächlich in Aktien investieren. Dies zeigt der aktuelle DZ BANK Anlegerindikator, der auf einer TNS Infratest-Umfrage unter 1.026 anlage-affinen Personen über 18 Jahren basiert.
Mit einem kurzfristigen Ende der Finanzkrise rechnen deutsche Privatanleger nicht, viele bleiben skeptisch. Und das, obwohl immerhin 46 % der Anleger davon ausgehen, dass der deutsche Aktienindex in den kommenden sechs Monaten zulegen wird. Zum Vergleich: Nur etwa 14 % rechnen mir einer negativen Kursentwicklung. Ein Blick auf die August-Umfrage 2009 macht deutlich, dass die Anleger zwar insgesamt noch immer optimistisch sind. Während der DAX seit dem Sommer allerdings deutlich zugelegt hat, sieht dies beim Optimismus der Privatanleger anders aus - er stagniert. Die vorsichtige Zurückhaltung spiegelt sich zwangsläufig in der Nachfrage nach Aktienprodukten wider, das Interesse ist im Vergleich zum Sommer weiterhin rückläufig.
Und an dieser Einstellung dürfte sich so bald nichts ändern: Denn die Risikobereitschaft tendiert bei drei Vierteln der Befragten gen Null, sie wollen in keinster Weise Risikoinvestitionen in Aktienpakete wagen. Ob die Vorsicht der Privatanleger tatsächlich angebracht ist, werden die kommenden Monate zeigen. Nach Einschätzung der DZ BANK verfügen Privatanleger aber sehr oft über einen guten Spürsinn, sodass ein weiterer Rückschlag auf den Aktienmärkten durchaus im Bereich des Möglichen liegt.
Die Einschätzung zur aktuellen Situation der Finanzmärkte fällt derweil eindeutig aus: Zwei Drittel der befragten Anleger sehen die Märkte "in der Mitte der Finanzkrise", 10 % sind gar der Meinung, dass diese "erst am Anfang der Finanzkrise" stünden. Immerhin ein Viertel ist optimistisch und erwartet ein baldiges Ende der Krise.
Die Anlage-Rendite spielt in den Augen der Privatanleger eine große Rolle und gewinnt auch weiterhin an Bedeutung: Für etwa 73 % der Befragten ist sie ein entscheidendes Anlage-Kriterium (April 2009: 66 %) - Tendenz demnach steigend. Die Rendite wird in diesen unsicheren Zeiten allerdings von den Faktoren Sicherheit und Vertrauen in die Bank (87 %) dominiert. Auch die Aspekte Einfachheit und Verständlichkeit der Produkte spielen für mittlerweile 83 % der Anleger eine wichtige Rolle (August 2008: 76 %).
Hinsichtlich der nachgefragten Finanzprodukte ist erkennbar, dass der Sicherheitsgedanke hier voll durchschlägt: Nur noch 18 % der befragten Anleger (August 2009: 21 %) würden bei einem fiktiven Anlagebetrag von 10.000 EUR in den kommenden Monaten in Aktienpakete investieren. Doch auch die Zustimmung zu Tages- oder Festgeld-Konten entwickelt sich seit Jahresbeginn von 76 auf 65 % rückläufig. In der Zertifikaten-Sparte ist das Interesse an Garantieprodukten deutlich angestiegen und erreicht mittlerweile eine Investoren-Zustimmung von 60 % (+14 %). Bonuszertifikate gewinnen in der Gunst der Anleger ebenfalls deutlich (+7 auf 42 %). In Derivate wiederum würden derzeit nur 12 % der Anleger investieren. Aktieninvestments sind aus Kundensicht offenbar derzeit nur mit Sicherheitspuffer vertretbar. Dies zeigen die Befragungswerte zu Zertifikaten.
Insgesamt wird deutlich, dass die Privatanleger bei der instabilen Lage der Finanzmärkte keine Risiken eingehen wollen - auch auf die Gefahr hin, von einer überraschenden Positiventwicklung und damit verbundenen Renditechancen nicht oder nur bedingt profitieren zu können.
Dieser Beitrag wurde erstellt von Alexander Tanner.



